Radgenossenschaft der Landstrasse

Die Radgenossenschaft der Landstrasse ist die Dachorganisation der Jenischen und Sinti, die nationale Minderheiten der Schweiz sind. Sie unterstützt die Interessen aller Roma. Die Radgenossenschaft 
wurde 1975 gegründet
 und ist seit 1985 vom Bund
 anerkannt und subventioniert. 

Über uns

Unsere Wanderausstellung in Zürich 

Noch bis 22. Februar und vielleicht etwas länger  

Unsere Wanderausstellung "Deine unbekannten Nachbarn - Das Volk der Jenischen und die Sinti" kann in Zürich besichtigt werden – Unbedingt hingehen, wer sie noch nie gesehen hat. Es ist ein Vergnügen für Auge und Herz. Im „Kulturhaus Helferei“, Kirchgasse 13, Zürich (direkt oberhalb des Grossmünsters, Oeffnungszeiten 09.00-18.00) Sie bleibt dort sicher noch bis 22. Februar stehen und vielleicht ein paar Tage länger.

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Impressionen von der Fecker-Chilbi

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 Bundesrat Berset nach seiner Rede, bei einem Bier mit Vertretern der Radgenossenschaft (Foto Andreas von Gunten)

 

feckerchilbi am feuer

Gute Stimmung trotz regnerisch-kühlem Wetter: Plaudereien am Feuer (Foto ww)

 

Rania - Ein definitiver Platz für Fahrende

Es freut uns sehr, dass die Radgenossenschaft den Campingplatz Rania in Zillis, Graubünden, in Pacht übernehmen konnte, dies ab 1. Juni 2016. Die Verträge sind unterzeichnet. Der Platz wäre verkauft worden, und die Jenischen und alle Mieter, die dort sind, hätten zusammenpacken müssen. Dank der Radgenossenschaft und ihrem Präsidenten Daniel Huber wurde er in letzter Minute gerettet. Die Radgenossenschaft wird die Rania weiterführen als definitiven Stand- und Durchgangsplatz für Fahrende. Und als Beispiel fürs gute Zusammenleben von allen. Alle Mieter bleiben in ihren Rechten. Es ist jeder willkommen, egal welcher Organisation er angehört, wenn er die Platzordnung einhält. Die Radgenossenschaft.

Preise:

Der Durchgangsplatz Rania kostet für Jenische und Sinti pro Nacht Fr. 16.-, inklusive Strom, Wasser, Dusche und WC. Gezahlt wird im voraus für die Dauer des Aufenthalts. Für Abfall und Kehricht gibt es Gebührensäcke. Die bisherige Platzordnung ist gemäss Vertrag übernommen worden und gilt ohne Diskussion für alle. Die Anmeldung erfolgt auf dem Platz. Ansprechpartner bei der Radgenossenschaft für alle Miterfragen ist ausschliesstlich der Präsident Daniel Huber.

 

Nein zum Durchgangsplatz für Fahrende in Gossau SG (5. Juni 2016)

Die Stimmberechtigten der Gemende Gossau SG haben am 5. Juni Nein gesagt zu einem Durchgangsplatz für Fahrende. Die Radgenossenschaft ist darüber enttäuscht, ist dies doch bereits das zweite Mal nach der Abstimmung in Thal, dass sich eine Gemeinde in St. Gallen gegen die Fahrenden ausspricht. Doch möchten wir uns bei allen, die sich für diesen Platz eingesetzt haben, bedanken.

Es ist immer schwierig, eine Minderheit zu akzeptieren. Vor allem eine, die man schlecht kennt. Aber wir leben in einer Schweiz der Vielfalt, der Minderheiten und der Kulturen. Wir erwarten, dass diese Einsicht auch in der Mehrheitsgesellschaft, die sich selber aus vielen Minderheiten zusammensetzt, ankommt. Ein Platz für Fahrende ist die beste Gelegenheit, um sich kennenzulernen und Vorurteile abzubauen, denn dies geschieht am schnellsten, wenn sich die Menschen von Angesicht zu Angesicht begegnen.

Wir erwarten, dass die Mehrheitsgesellschaft bereit ist, der offiziell anerkannten Minderheit der Schweizer Fahrenden zu ihrem dringend benötigten Lebensraum zu verhelfen. Nun ist der Kanton St. Gallen in der Pflicht.

 

Bilder von einem schönen Tag – Übergabe der Petition an den Bundesrat

(Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrössern)

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Anerkennung – Der Bundesrat bewegt sich

Es bewegt sich etwas; die Petition von Radgenossenschaft und Verein Schäft qwant zeigt Wirkung. Erstmals hat ein Mitglied der Schweizer Landesregierung bestätigt, dass mit den Fahrenden auch die Jenischen und Sinti anerkannt sind. Bundesrat Didier Burkhalter erklärte in einer Rede am 1. Dezember 2015: "Als die Schweiz 1998 dieses Rahmenübereinkommen ratifizierte, anerkannte sie als nationale Minderheiten: die nationalen sprachlichen Minderheiten, die Jenischen, Sinti und ‚Fahrenden’ sowie die jüdische Gemeinschaft.“ Soweit Bundesrat Burkhalter. Noch sind die Begriffe etwas verwirrlich: Wer sollen die erwähnten „Fahrenden“ neben den Jenischen und Sinti sein? Noch ist der Sprachgebrauch nicht klar genug, weshalb die Petition von Radgenossenschaft und Schäft qwant nötig bleibt. Aber immerhin. 

(Quelle: Ansprache von Bundesrat Didier Burkhalter anlässlich der Eröffnung der Tagung zur Situation der jüdischen Minderheit in der Schweiz in Bern, 1. Dezember 2015, publiziert unter: https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=59708), abgerufen am 24. Dezember 2015).

 

Kinder der Landstrasse im Schulunterricht

Die Gesellschaft für bedrohte Völker schweiz fordert am 3. Juni 2016, dass die Verfolgung der jenischen Kinder durch die Aktion der Pro Juventute im Schulunterricht und in den Schulbüchern behandelt werden muss. Die Radgenossenschaft verlangt seit langem, dass das Thema der Jenischen, Sinti und Roma in die Schulbücher gehört.

Stellungnahme der Gesellschaft für bedrohte Völker (PDF)

 

Theaterstück "Picaro"

Am 27. Juni hatte auf dem Gallus-Platz in St. Gallen ein Strassentheater Premiere. Bei strömendem Regen leider. Das Stück gibt Einblicke in das Leben von Fahrenden anhand einer romantischen Geschichte - die Aufführung ist charmant, berührend und zugleich mit politischen Spitzen versehen.

theater picaro vorbereitung klein theater picaro spiel klein

 

Kinder in aller Welt wollen Bildung

Einer unserer Mitglieder hat enge Kontakte zu einem Schul- und Waisenhaus im Armenviertel Kibera  in der Millionenstadt „Nairobi“. Weil eine Schweizer Delegation im Januar dahin reiste, hat die Radgenossenschaft 400 Franken gespendet, die direkt in die Hände Schulleiterinnen übergeben wurden. Wir haben dazu geschrieben „Wir wollen, dass alle Kinder der Welt die Möglichkeit auf Bildung haben, um selbstbewusste Individuen zu werden.“ Nun haben wir das untenstehende Schreiben erhalten, das zeigt, wie dankbar die Empfänger sind. (Mehr Informationen auf: http://stara.ch/index.php/ueberstara/)

Dankschreiben der Leiterin in Kibera

 

Von Graf zu Graff – Rückgabe des alten jenischen Namens

30 Jahre haben Clemens Graff und Rosa Luise Graff-Nobel dafür gekämpft. Wir freuen uns: Dank dem Einsatz der Radgenossenschaft und unseres Geschäftsführers Willi Wottreng haben Clemens und Rosa Luise – die von den Behördne unter dem Namen Graf geführt wurden – ihren alten jenischen Familiennamen wieder: Nun heissen sie hochoffiziell wieder Graff, wie die Familie vor den Kindswegnahmen durch die Pro Juventute geheissen hat. Das  ist ein Musterfall. Denn es ist wichtig für die Wiederbelebung der jenischen Kultur und Tradition, dass auch die gestohlenen Namen zurückgeholt werden. Graff ist ein alter jenischer Familienname; es gibt aber auch jenische Familien namens Graf. Doch war es natürlich nicht die Absicht der Behörden, nach der Kindswegnahme den Menschen einen neuen jenischen Namen zu geben, sondern sie wegzuholen aus ihrer Kultur.

 clemens graff

Igel flagge

Der widerständige Igel

 

Radgenossenschaft
der Landstrasse
Hermetschloostrasse 73
8048 Zürich

Telefon: 044 432 54 44
Telefax: 044 432 54 87

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Hintergrund.

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Von Willi Wottreng

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