Radgenossenschaft der Landstrasse

Die Radgenossenschaft der Landstrasse ist die Dachorganisation der Jenischen und Sinti, die nationale Minderheiten der Schweiz sind. Sie unterstützt die Interessen aller Roma. Die Radgenossenschaft 
wurde 1975 gegründet
 und ist seit 1985 vom Bund
 anerkannt und subventioniert. 

Über uns

Die jenische Kultur – die erste umfassende Darstellung

Zu diesem Thema hat die Radgenossenschaft eine Grundsatzbroschüre erarbeitet. So umnfassend und zugleich kenntnisreich und anschaulich ist die jenische Kultur noch nie dargestellt worden: "Jenische Kultur. Ein unbekannter Reichtum. Was sie ist, wie sie war, wie sie weiterlebt." 102 Seiten mit vielen Fotos, Zürich, Juli 2017. Die Broschüre ist für Mitglieder der Radgenossenschaft und Abonnenten des "Scharotl" gratis. An weitere Interessenten wird sie versandt zum Preis von Fr. 10.- plus Porto. Zu bestellen auf dem Sekretariat.

Titelbild der Kulturbroschüre:

 

kulturbroschuere titelbild

 

  

Der widerständige Igel – unser Wappentier

 Igel flagge

 

Die Radgenossenschaft hat eine neue Flagge: Der Igel (der "Stacherlig") ist ein beliebtes Symbol bei Jenischen und Sinti. Es findet sich etwa auf  Facebook-Einträgen mit guten Wünschen zu Geburtstagen oder auch nur zum neuen Tag. Die Beziehung zum Igel stammt aus der Zeit, da dasl noch ein Armeleute-Essen war. MIttlerweile ist der Igel auch für Jenische und Sinti ein geliebtes Tier. Auf unserem Wappen ist der Stacherlig aber nicht einfach ein Tierchen, das man zum Fressen gern hat. Er widersetzt sich, er kämpft, er wehrt sich gegen Bevormundung, und er beherrscht die alte jenische Sportart: Boxen. So ist er  ein Symbol des Widerstandes gegen Unterdrückung und Diskriminierung aller Art. Im Hintergrund der Flagge sehen wir die grüne Wiese und den sonnengelbe Himmel, das runde Rad des Scharotl und das dreieckige Ohrringchen der Elemente. Das Scharotl steht auch für Glück und Schicksal. Die Elemente sind je nach Auffassung Erde, Feuer, Wasser. Der kämpferische Igel ist jetzt unser modernes Wappenzeichen.

Der Igel kann bei uns bestellt werden:

Es gibt diesen Igel als Flagge, als Wimpel, als T-Shirt

- Flagge:  Fahnentuch, 120 x 90 cm, 45 Fr. plus Porto (Selbstkostenpreis).

- Wimpel:  10 cm Höhe, mit Kordel, 10 Fr.  plus Porto.

- T-Shirt:  ärmellos schwarz, Grössen L und XL, 30 Fr. plus Porto; andere Grössen nach individuellem Wunsch.

 t shirt mit igel

 

Wer sind die Jenischen – eine kurze Darlegung

 

Die Jenischen sind eine seit Jahrhunderten bestehende Bevölkerungsgruppe in der Schweiz und den umliegenden europäischen Ländern. Da ein Teil von ihnen mindestens im Sommerhalbjahr auf Reise ist und Kunden besucht, werden sie auch "Fahrende" genannt. Der Volksmund spricht  - abschätzig gemeint - auch von "Zigeunern". Seit 2016 sind die Jenischen zusammen mit den ihnen nahestehenden Sinti als nationale Minderheit der Schweiz anerkannt.

Weiterlesen: Wer sind die Jenischen (PDF) 

Was die Fecker-Chilbi ist

"Fecker" ist eine alte Bezeichnung für Jenische vor allem in der Innerschweier Ausdrz. Das ist zwar abwertend gemeint, aber wie so oft übernehmen die Minderheiten ironisch, wie andere sie nennen. Darum organisieren die schweizerischen Jenischen zusammen mit den hiesigen Sinti eine "Fecker"-Chilbi.

Heute ist die Feckerchilbi ein Fest der Jenischen mit Sinti und Roma aus allen Teilen der Schweiz und aus anderen Ländern - ein Fest und eine Begegnung mit Gästen aus der Mehrheitsgesellschaft. Es ist ein Anlass mit Unterhaltung und Marktbetrieb. Im Vordergrund stehen die Pflege der jenischen Bräuche: Beisammensein, Musik und Markt, der Wurfstport Bootschnen, essen, trinken, sich austauschen, reden un noch einmal reden, lachen und manchmal fluchen, das Leben geniessen.

Der Ursprung dieses Festes liegt in der einstigen Republik Gersau um Vierwaldstättersee. Dort ist die Feckerchilbi seit 1722 bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts dokumentiert. Gersau war mit seinen rund 150 Häusern ein eigener souveräner Freistaat, hatte aber dank seiner Winzigkeit das beneidenswürdige Los, in den politischen Stürmen der Welt übersehen und vergessen zu werden, wie San Marino inmitten Italiens oder der Freistaat Andorra. 1982 wurde die Tradition wieder aufgenommen und eine neue Feckerchilbi in Gersau veranstaltet. Seither findet die Feckerchilbi in unregelmässigen Abständen an wechselnden Orten statt. 2016 spielte sie in Bern, weil Bern die Hauptstadt der Schweiz ist und damit auch die Hauptstadt für die Schweizer Jenischen und Sinti.

 

Bootschen – eine traditionelle Sportart

Vielleicht wird dieser Sport ja einmal ins Inventar schützenswerter Kulturbräuche unseres Landes aufgenommen werden.

fekkerchilbi 2012brienz bootschmeisterschaft ch

Die Bedeutung und Spielregeln des Bootschens. (PDF)

 

Sergius Golowin – Inspirator für Jenische Roma und Sinti

Texte zum Gedankanlass, der 2016 an der Feckerchilbi in Bern stattfand  und die grossartige Persönlichkeit von Sergius Golowin vorstellte und das reiche Wirken würdigte.

Golowin-Texte (PDF)

 

Stephan Eicher über seine jenischen Wurzeln

Im Interview mit der Zeitschrift der Gesellschaft für bedrohte Völker spricht der Rock-Musiker Stephan Eicher über seine Wurzeln im jenischen Volk. "Ich weiss, dass einer der frühesten urkundlich bestätigten Vorfahren, Ruedin Eicher, 1407 als Mitglied der Uznacher Kreuzbruderschaft der fahrenden Leute begetreten ist, und ich als Kind die Fotografie meiner Urgrossmutter, der Maria Anna Josefa Moser aus Obervaz auf dem Nachttisch meiner Grosseltern gesehen habe, das Bildnis einer hageren, aufrecht stehenden und rauchenden Frau." (Voice, Nr. 2/2016)

Interview mit Stephan Eicher, Voice Nr. 2/2016 (PDF)

 

 

Fecker und Jenische im Kanton Schwyz

Wir haben es erst jetzt bemerkt: ein fundierter Artikel über die Fecker und Jenischen in Schwyz, erschienen am 14. Mai 2005 im „Boten der Urschweiz“.  Informationen und Fotos mit Hinweisen auf einzelne „Fecker“, gesammelt von Peter Rickenbacher, Wirt des Restaurants Weisses Kreuz in Seewen Schwyz (bekannt durch seine Güggeli im Körbchen). Die Materialien mit Fotos und Familiennamen und ein kleiner Dictionnaire zur Sprache der Fecker finden sich auf der Homepage des Gasthofs Kreuz unter: http://www.wetterschmoecker.ch/reportagen_fecker.htm

Uebrigens: Der Wirt Peter Rickenbacher veranstaltet jeden Spätherbst auch Korberkurse.

 

Buch zur Die Geschichte der Jenischen in der Schweiz

Eine umfassende Geschichte der Jenischen in der Schweiz. „Jenisches Volk - verfolgt und verfemt. Jenische Lebensläufe. Verfasst von Thomas Huonker“, herausgegeben von der Radgenossenschaft, Limmatverlag Zürich 1987. (Das Buch ist in der Bibliothek der Radgenossenschaft vorhanden, es kann auch im Internet abgerufen werden unter:  http://thata.ch dann suchen: Fahrendes Volk - verfolgt und verfemt. Jenische Lebensläufe. (Der direkte Link findet sich unten; da es um ein ganzes Buch geht, kann die Ladezeit länger dauern:)

http://thata.ch/wordpress/wp-content/uploads/2012/07/thomas_huonker_fahrendes_volk_verfolgt_und_verfemt_jenische_lebenslaeufe.pdf

  

Biographie von Robert Huber – langjähriger ehemaliger Präsident der Radgenossenschaft


Robert Huber war während 25 Jahren der gute Geist dieser Genossenschaft und der «Vater» für zahlreiche Fahrende ! Als ehemaliges «Kind der Landstrasse» war Röbi für viele der Inbegriff eines Jenischen, der erst Opfer war und dann Kämpfer wurde und sich auch von den widrigsten Umständen seines Lebens nie unterkriegen liess. Damit er uns allen nicht verloren geht, und auch, um ihm die verdiente Würdigung seiner langjährigen Arbeit zukommen zu lassen, wurde er von der Generalverammlung der Radgenossenschaft unter Applaus zum Ehrenpräsidenten gewählt, was ihn natürlich sehr gefreut hat.

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Mehr über Robert Huber erfahren Sie  in einer Biographie über ihn - geschrieben vom  Autor Willi Wottreng. Das Buch wird über die Radgenossenschaft verkauft (Fr. 20 plus Versandkosten). Auf diesem Link «Buch Biographie» finden Sie einige Vorinformationen. Ein kurzer Lebenslauf seiner bewegten und bewegenden Geschichte steht unter «Lebenslauf».

 

Buchempfehlung: "Kleine Freiheit"

Jenischen Alltag jenseits der Klischees in Wort und Bild will dieses Buch zeigen. Die Autorin Michèle Minelli und die Fotografin Anne Bürgisser haben Schweizer Jenische über zwei Jahre auf Durchgangsplätzen besucht und auf Veranstaltungen begleitet. Sie wollen zeigen, wie Jenische den Spagat zwischen Anpassung und Freiheit schaffen und wo Verständigung zwischen der Welt der Sesshaften und der Welt der Fahrenden möglich ist.

Michèle Minelli, Fotografien von Anne Bürgisser, "Kleine Freiheit - Jenische in der Schweiz". Verlag "Hier und Jetzt", 224 Seiten, 115 Bilder, bei der Radgenossenschaft erhältlich für Fr. 35.- (statt Fr. 49.-), siehe auch die Bestellseite "Angebote.

 

Artikel: Die Roma in der Schweiz heute

Alles wissen, es gibt sie. Kaum jemand weiss, wer sie sind. Roma in der Schweiz. Die einen stellen sich jedenfalls Frauen in langen bunten Röcken vor und Männer mit einer Geige überm Schlafzimmerbett. Dabei leben die meisten unauffällig unter uns. Die "Rroma Foundation" berichtet, wer sie wirklich sind.

Artikel von Stefan Heinichen, erschienen in "Scharotl" Nr. 2 / 2015

 

Bericht: Geschichte der Roma in der Schweiz, es gibt sie seit Jahrhunderten im Land

Ein Bericht über die 600-jährige Präsenz von Roma in der Schweiz. „Rroma, 600 Years of Swiss History“, herausgegeben von der Rroma Foundation Zürich (in englisch, undatiert) (Bericht Rroma 600 Years)

 

Beispiele von Werken unserer Kunstschaffenden

Ob es jenische Kunst oder Sinto- oder Roma-Kunst gibt, ist offen. Sicher gibt es Kunst von Angehörigen dieser Minderheiten, und manchmal fallen Eigenheiten auf. Jenische beispielsweise arbeiten gern mit Farbe, Keramik und Steinen, aber auch mit Licht und Luft. Kunstschaffende aus unseren Minderheiten produzieren künstlerische Werke von intensiver Sinnlichkeit, aber oft auch von fragilem Charakter. 

Gemälde von Baschi Bangerter

bangerter beschnitten

 

Gemälde von Ernst Spichiger

Ernst Spichiger ist ein alter Freund der Radgenossenschaft und einer der herausragenden jenischen Künstler.

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 Das Bild zeigt ein Verdingkind in seiner Kammer; die lächelnde Tagesmaske hat es abgelegt. In seinen Armen hält es die Tiere, die einzigen wahren Freunde. (Bild im Dokumentationszentrum der Radgenossenschaft)

 

 Bemalter Stein von Graziella

graziella stein

Graziella war ein Kind der Landstrasse, das erst spät in ihrem Leben den Weg zurück zu ihren Verwandten gefunden hat. Mit solchen Bildern und in erzählten Märchen hat sie versucht, ihr eigenes Bild von den Fahrenden zu schaffen.

 

Tonfigur von Romano

Geschaffen im Gefängnis Lenzburg, ungebrannt

romano

 

Tarotkarten von Walter Wegmüller

Walter Wegmüller hat ein grossartiges Zigeunertarot geschaffen und ist ein phantasiereicher Maler. In den frühen Jahren war er Präsident der Radgenossenschaft.

 

a rg mittel tarot wegmueller

 wegmueller tarot gross

 

Stefan Heinichen – Bilder übers Leben und die Roma

Der Winterthurer Künstler Stefan Heinichen malt ausdrucksstarke Bilder über die grossen Themen, die uns alle beschäftigen: Liebe und Freude, aber auch Trauer und Tod. Stefan Heinichen engagiert sich seit Jahren für die Rechte der Roma. Er ist auch Mitglied der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus EKR. 

  

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Romni, Bosnien

 

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Xemail und Hakim

 

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Metropolis (Anklicken zum Vergrössern)

 

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Sommernacht (Anklicken zum Vergrössern

 

 

 

Igel flagge

Der widerständige Igel

 

Radgenossenschaft
der Landstrasse
Hermetschloostrasse 73
8048 Zürich

Telefon: 044 432 54 44
Telefax: 044 432 54 87

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Hintergrund.

Hintergrund

Buchempfehlung:

"Zigeunerhäuptling" Das Leben des Robert Huber

Eine Darstellung des Lebens eines Jenischen, das vom Opfer der Pro Juventute zum Präsidenten der Radgenossenschaft aufstieg. Und ein Panorama der jenischen Geschichte und des jenischen Volkes (Orell Füssli)

Von Willi Wottreng

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