Radgenossenschaft der Landstrasse

Die Radgenossenschaft der Landstrasse ist die Dachorganisation der Jenischen und Sinti, die nationale Minderheiten der Schweiz sind. Sie unterstützt die Interessen aller Roma. Die Radgenossenschaft 
wurde 1975 gegründet
 und ist seit 1985 vom Bund
 anerkannt und subventioniert. 

Über uns

 

Merkblätter und Publikationen

 

Wohnwagen auf Privatland: Leitfaden und Mustervertrag

Immer wieder kommt es zu Konflikten, wenn Bauern ihr Privatland an Jenische, Sinti oder Roma vermieten wollen. Die Beteiligten – inklusive Gemeindebehörden – kennen die Rechtslage oft nicht genau. Die Radgenossenschaft der Landstrasse hat zusammen mit der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz GMS ein Merkblatt verfasst, welches die Situation kurz und prägnant darlegt; dazu gehört auch ein Mustervertrag. Beides kann hier heruntergeladen werden oder in gedruckter Form bei der Radgenossenschaft bestellt werden.

Leitfaden deutsch (PDF)

Mustervertrag deutsch (PDF)

Leitfaden französisch (PDF)

Mustervertrag französisch (PDF)

 

Schulpflicht und Schuldispens für reisende Jenische und Sinti: Merkblatt

Die Schulpflicht und die Frage des Schuldispenses für Kinder von reisenden Jenischen und Sinti mit schulpflichtigen Kindern in der Schweiz gibt immer wieder zu MIssverständnissen und auch Streitereien Anlass. Wir haben die geltenden praktischen und rechtlichen Regelungen für Eltern und Behörden zusammengefasst.

Merkblatt Schulpflicht und Schuldispens (PDF)

 

 

Aktuelle Stellungnahmen

 

Verwahrung: Kritik an ethnischer Diskriminierung, ein Gutachten 

Ein Jenischer wird nach einer üblen Gewalttat im Jahr 1999 zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Doch zusätzlich wird die Verwahrung ausgesprochen, als angeblich „geistig Abnormer“. Heute sitzt Hanspeter Zablonier bereits seit 18 Jahren in der Strafanstalt Pöschwies, dabei ist er kein Mörder, kein Sexualverbrecher und kein Wiederholungstäter im Bereich schwere Straftaten. Die Radgenossenschaft der Landstrasse setzt sich für Hanspeter Zablonier ein und kritisiert diese Verwahrung als «ethnische Diskriminierung». Die Radgenossenschaft hat ein «Kulturelles Gutachten» verfasst, das die Person Zablonier vor dem Hintergrund seiner Herkunft vorstellt. Das Gutachten kann hier eingesehen werden, siehe unten ( aus technischen Gründen sind die Quellenhinweise in einem separaten File). Es kann auch in gedruckter Form bei der Radgenossenschaft gegen einen Unkostenbeitrag von Fr. 10.– bestellt werden (78 Seiten, Format A5): «Jenisches Schicksal – Verwahrt in der Justizvollzugsanstalt. Kulturelles Gutachten», hg. von der Radgenossenschaft, Zürich 2017.

Kulturelles Gutachten der Radgenossenschaft (Gutachten Text PDF)

Artikel der NZZ am Sonntag zum Fall Zablonier,  9. Juli 2017 (Teil 1, PDF) (Teil 2, PDF)

 

Jenische im Konzentrationslager, Informationsblatt

Anlässlich einer Anhörung durch das „Komitee über den Völkermord an den Roma“ (und Sinti und Jenischen) am 27. Juni  2017 in Genf hat die Radgenossenschaft Hinweise überreicht zur Verfolgung von Jenischen unter den Nazis. Der Komitee ist Teil der internationalen Allianz zur Erinnerung an den Holocaust (International Holocaust Remembrance Alliance  IHRA). (Dokument über jenische im Konzentrationslager, PDF )

 

Die Jenischen und Sinti sind als nationale Minderheit anerkannt, Medienerklärung

Medienerklärung zum Entscheid des Bundesrates vom 21. Dezember 2016

Die Radgenossenschaft der Landstrasse begrüsst, dass der schweizerische Bundesrat am Mittwoch, 21. Dezember 2016 beschlossen hat, die Jenischen und Sinti in der Schweiz anzuerkennen. Dies ist ein längst fälliger Schritt, den wir seit den 1990er Jahren verlangt haben. Der Gesamtbundesrat bestätigt nun, was Bundesrat Alain Berset bereits am 15. September 2016 in einer historischen Rede an der Feckerchilbi in Bern ausgesprochen hat.

Dass die Jenischen und Sinti nun endlich als ethnische nationale Minderheit der Schweiz gelten, ist vor allem der Petition zu verdanken, welche die Radgenossenschaft, der Verein Schäft Qwant und die Cooperation jenische Kultur im Frühling dieses Jahres eingereicht haben.

Wir erwarten nun, dass der Bund sich stärker engagiert bei der Schaffung von Stand- und Durchgangsplätzen, dass er Projekte für Stärkung der Kultur der Jenischen unterstützt und seinen Einfluss geltend macht, dass die anerkannten Minderheiten endlich auch Eingang in den regulären Schulstoff finden.

Die Radgenossenschaft setzt sich dafür ein, dass die Jenischen zusammen mit den Sinti / Roma auch europaweit anerkannt werden und unterstützt entsprechende Bestrebungen unserer befreundeten Organisationen in den Nachbarländern und den übrigen europäischen Ländern.

 

Vernehmlassung zum Bericht über die Minderheiten, Stellungnahme

Stellungnahme  der Radgenossenschaft zum Vierten Bericht der Schweiz an den Europarat betreffend Umsetzung des Rahmenabkommens zum Schutz nationaler Minderheiten. 20. August 2016.

Stellungnahme der Radgenossenschaft (PDF)

 

Die Kindswegnahmen gehören in die Geschichtsbücher (3. Juni 2016), Stellungnahme

Aus Anlass des 30. Jahrestages, seit sich Bundesrat Alphons Egli vor dem Parlament für die verhehrenden Aktionen der Pro Juventute gegen Fahrende und "Vaganten" entschuldigt hat, verlangt die Gesellschaft für bedrohte Völker, dass dieses dunkkle Kapitel der Schweize Geschichgte in den Schulen behandelt werden muss. Wir unterstützen diese Forderung: die  Kultur und Geschichte der Jenischen, der Sinti und der Roma in der Schweiz braucht einen Platz in den Schulbüchern.

Stellungnahme der Gesellschaft für bedrohte Völker (PDF)

 

Zur Anerkennung der Roma (7. September 2016)

Der Verein Romano Dialog beauftragte den Zürcher Historiker Thomas Huonker, der mehrere Bücher und viele Artikel zur Geschichte der Roma, Sinti und Jenischen in der Schweiz publiziert hat, mit einen historischen Gutachten zur anstehenden Frage der Anerkennung der schweizerischen Roma als nationale Minderheit. Das vom 7. September 2016 im Volltext findet sich auf der Homepage http://www.romanodialog.org unter „Historisches Gutachten im Hinblick auf eine vollumfängliche Anerkennung der Roma als nationale schweizerische Minderheit - in Kenntnis und Abkehr von einer jahrhundertelangen Politik der Abwehr und Ausgrenzung“ Link zum historischen Gutachten: http://www.thata.ch/historisches-gutachten-zur-anerkennung-der-schweizerischen-roma-als-nationale-minderheit-der-schweiz-t-huonker-7sept2016.pdf

Offener Brief für die Rechte der Roma (8. April 2015)

Zum Internationalen Fomani-Day vom 8. April 2015 haben Roma-Organisationen einen offenen Brief an die Bundespräsidentin Sommaruga gerichtet. Sie fordern sie auf, für die Rechte der Roma in der Schweiz und für ihre Anerkennung als Volksgruppe einzustehen. Sie fordern namentlich: die kultuzrelle Anerkennung und gleichberechtigung der gegenwärtig 80 000 bis 100 00 Roma in unserem Land; Sensibilisierungsmassnahmen zur Bekämpfung von Antiziganismus innerhalb der Behörden; die Förderung der politischen Partizipation der Roma in der Schweiz. Verstärkes Engagement bei der Schaffung von Transitplätzen aucb für ausländische fahrende Roma. Die Radgenossenschaft trägt den Brief mit.

Offener Brief (PDF)

 

Schmelemer und Puure (Scharotl Juni 2016)

Von Daniel Huber, Präsident der Radgenossenschaft

Ich höre in letzter Zeit oft ausrufen: Das sind ja Puure. Was abschätzig gemeint ist. Wenn etwas nicht gut läuft, auf einem Platz, im Verkehr mit Behörden, sagt man schnell: Das sind halt Puure. Oder wenn wir eine Feckerchilbi machen wollen, wird gefragt: Ein Fest für Puure, was soll das?

Als Schmelemer (als Jenischer) sage ich: Das war früher nicht so. Altjänische wissen, dass sie von den Puure (den Nichtjenischen) leben. Wenns ums schränzen geht, wenn wir Aufträge brauchen, wenn wir auf einem Stück Land halten wollen. Mein Vater Röbi – der langjährige Präsident der Radgenossenschaft – hat oft gesagt: Wir brauchen sie.

Lasst mich brutal ehrlich sein: Die Puure brauchen uns weniger, als wir sie. Sie brauchen keine Fahrenden in der Gemeinde und keine Feckerchilbi. Wir müssen ihnen darum auch etwas geben. Im Minimum Anstand. Wir müssen sie achten als Menschen wie Du und Ich. Die Puure werden uns die Plätze, auf die wir als Volk ein Anrecht haben, nie geben, wenn wir hintenherum sagen, es sind alles A ... löscher. Wie man in den Wald ruft, tönt es hinaus. 

(Zum Weiterlesen hier klicken)

 

Anerkennung – Die Rechtslage vor 2016

Sind die Jenischen und Sinti nun als Minderheiten in der Schweiz anerkannt oder nicht? So lautete die Frage bis zur Feckerchilbi 2016, wo die Jenischen und Sinti ausdrücklich und namenltich anerkannt wurden. Sie alte Antwort hiess: Sie sind als Fahrende anerkannt und bei der Verwendung dieses Wortes immer "mitgemeint". Also anerkannt. Aber manchmal nicht genannt. Und manchmal spielen die Behörden auch mit den Wörtern, je nach Interessenlage. Darum ist beispielsweise das Internet-Lexikon Wikipedia unter dem Stichwort "Jenische" trotz vielen Einwänden auf den Diskussionsseiten nicht imstand, eine richtige Darstellung zu geben. Hier finden Interessierte die  Darlegung der  Sachlage vor 2016

Rechtslage (PDF) 

 

 

Artikel aus Zeitungen und andern Medien

Die Texte sind chronologisch absteigend geordnet.

 

Stimmungsbericht von der Feckerchilbi in Bern

Bund, 17. September 2016

Stephan Eicher über seine jenischen Wurzeln Voice

Zeitschrift der GfbD, Nr. 2/2016

Die Anzahl Plätze für Fahrende ist gesunken

NZZ, 25. August 2016

 Es kommt frischer Wind in die Minderheitenfrage

"Ein einig Volk von Minderheiten", aus"Helvezin", Nullnummer August 2015

Helvezin,  Artikel PDF Teil 1

Helvezin, Artikel PDF Teil 2

Der Bund unterstützt die Radgenossenschaft weiterhin

Tages-Anzeiger, Artikel vom 14 April 2015 PDF

Ein  Bericht über Fecker und Jenische aus dem Kt. Schwyz

Rückblick in vergangene Zeiten, Artikel von Peter Rickenbacher 14 Mai 2005.

  

Nachrufe auf Verstorbene die wir nie vergessen werden

 

Robert Huber, Präsident der Radgenossenschaft

Nachruf in der NZZ am Sonntag,

NZZ am Sonntag, 4. Dezember 2016

Lebenslauf, verfasst von der Familie und verlesen an der Abdankung,

Lebenslauf, PDF

Würdigung, verfasst vom Geschäftsführer der Radgenossenschaft,

Würdigung PDF

 

 

David Burri, Zigeunerkulturzentum 

NZZ am Sonntag, 27. Dezember 2010

Jan Cibula, Schweizer Gründer der Internationalen Romani Union 

NZZ am Sonntag, 1. September 2013

Sergius Golowin, Underground-Ethnologe aus Bern 

NZZ am Sonntag, 6 .August 2006

Romed Mungenast, Jenischer Poet aus Österreich 

NZZ am Sonntag, 12. März, 2006

 

Interessante Bücher und Studien

Jenische in der Nazi-Zeit

Eine Dokumentation über die Verfolgung von Jenischen in Nazi-Deutschland, ein unbekanntes Kapitel. Dissertation von Andrew D'Arcangelis aus dem Jahr 2004. "Die Verfolgung der soziolinguistischen Gruppe der der Jenischen (auch als die deutschen Landfahrer bekannt) im NS-Staat 1934-1944. Dissertation an der Universität Hamburg für Wirtschaft und Politik. Die Arbeit kann als PDF heruntergeladen werden: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2004/2247/pdf/Dissertation.pdf  )

 

 

Igel flagge

Der widerständige Igel

 

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der Landstrasse
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8048 Zürich

Telefon: 044 432 54 44
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