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Administration | Ausländische Fahrende | Dokumentations- und Begegnungszentrum | Fekkerchilbi | Öffentlichkeitsarbeit | Patente | Rechts- und Sozialhilfe | Scharotl | Schule | Stand- und Durchgangsplätze | Stiftung «Zukunft für Schweizer Fahrende» | Zusammenfassung Um den Jahresbericht übersichtlicher zu gestalten, haben wir diesen alphabetisch nach den einzelnen Themen geordnet. Die Schaffung der Drittstelle im Sekretariat hat sich als sehr zweckmässig und nötig gezeigt. Frau Eugster hat sich in diesem eher hektischen Jahr trotz allem gut eingearbeitet. An dieser Stelle möchten wir allen unseren Sachbearbeiterinnen unseren herzlichen Dank aussprechen. Betreff dieser Thematik wurde vom «Europäischen Roma Forum» in Brüssel Herr May Bittel für die Anliegen der Sinti und Roma und Robert Huber für die Probleme der Jenischen als Experten zugezogen. Es werden jährlich vier bis fünf Sitzungen stattfinden, an welchen wir unsere Anliegen vorbringen können um Lösungen für Alltagsprobleme zu finden. Die Bearbeitung der Probleme der ausländischen Fahrenden hat grösstenteils die Stiftung «Zukunft für Schweizer Fahrende» übernommen. Wir werden über die Entwicklung der Aktivitäten informieren.
Zu unserer grossen Freude konnten wir wie vorgesehen das Begegnungs- und Dokumentationszentrum am 7. November 2003 der Öffentlichkeit vorstellen. Es war für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Radgenossenschaft eine sehr arbeitsintensive Zeit, aber wir können an dieser Stelle sagen, dass die Eröffnung ein historischer Tag war und uns bewies, dass das Interesse an diesem Zentrum sehr gross ist. Die Besucherinnen und Besucher äusserten sich sehr positiv. Die Arbeiten sind noch längst nicht abgeschlossen, vor allem der Dokumentationsteil muss weiter ausgebaut werden und wird von Thomas Huonker wissenschaftlich begleitet. Herzlichen Dank an alle, die an der Realisierung dieser Sache mitgearbeitet haben. Die Fekkerchilbi in Gersau war ein grosser Erfolg. Es haben uns das erste mal auch ausländische Jenische besucht und die Fekkerchilbi miterlebt, was sehr positiv ist. Die Radgenossenschaft überlegt sich zurzeit, ob die Fekkerchilbi jedes Jahr oder alle zwei Jahre stattfinden sollte. Für Anregungen sind wir dankbar. Es fehlte leider etwas an einheimischen Jenischen, welche am Markt teilnahmen; solche Anlässe sind nur erfolgreich, wenn alle zusammenarbeiten. Auch in diesem Jahr sind unzählige Anfragen von Schülern und Studenten, welche eine Arbeit über die Fahrende Bevölkerung der Schweiz schreiben, bei uns eingegangen. Viele möchten einmal bei einer Fahrenden-Familie «reinschauen». Es ist uns aus verständlichen Gründen aber nicht möglich, Adressen zu vermitteln. Wir können den Leuten jedoch neu anbieten, sich zu einer Führung im Dokumentations- und Begegnungszentrum anzumelden sowie ein Interview mit einem Vertreter der Jenischen zu machen. Berichte und Arbeiten, welche uns zur Verfügung gestellt werden, finden ihren Platz im Dokumentationsteil und können von der interessierten Öffentlichkeit eingesehen werden. Seit dem 1. Januar 2003 ist das vereinheitlichte Gewerbepatent in Kraft, welches fünf Jahre in der ganzen Schweiz gültig ist. Wir glauben, dass wir in dieser Angelegenheit einen grossen Schritt nach vorne gemacht haben und die Jenischen zufrieden sind, dass diese Lösung gefunden werden konnte. Die Patentpflicht als solche wird von uns nach wie vor infrage gestellt und es muss diskutiert werden, diese früher oder später ganz abzuschaffen. Wir müssen an dieser Stelle wiederholt die klare Weisung aus Bern weitergeben, dass Beratungen für Nichtmitglieder mit sFr. 50.– in Rechnung gestellt werden müssen. Dies, um all jenen gerecht zu werden, welche mit ihrem Jahresbeitrag von sFr. 100.– ihre Solidarität mit den Fahrenden in der Schweiz bekunden. In diesem Jahr sind hin und wieder kleinere oder grössere Beiträge unserer Leserschaft bei uns eingetroffen und konnten auch veröffentlicht werden, was uns sehr freut. In diesem Sinne hoffen wir auf einen weiteren guten Austausch mit den Leserinnen und Lesern. Die Kommunikation zwischen Schulbehörden und Radgenossenschaft verlief auch in diesem Jahr ohne nennenswerte Probleme. Lehrerschaft und Schulbehörden zeigten sich gegenüber unseren Gesuchen um Schuldispens während der Reisezeit in der Regel sehr kulant. Es sind momentan Bestrebungen im Gange, die Regelung der Schulpflicht für fahrende Jenische Kinder zu vereinheitlichen. So können Kinder erst nach vollendetem 15. Altersjahr vorzeitig aus der Schule entlassen werden, ab diesem Alter können sie ein Gewerbepatent lösen. Die Regelung betreff Schuldispens wurde neu so formiert, dass die Dispensgesuche von März bis ende Sommerferien in der Regel bewilligt werden. Auch im Jahr 2003 fanden intensive Verhandlungen mit der Stadt Zürich betreffend dem neuen Standplatz statt und wir hoffen, dass dieser Platz bis im Jahr 2005 eröffnet werden kann. Auflage der Stadt Zürich ist, dass die Radgenossenschaft teilweise die Verantwortung übernimmt.
Die Zusammenarbeit kann man soweit als gut bezeichnen. Es wäre aber so, dass die Stiftung die Pflicht hat, die Radgenossenschaft und andere Organisationen politisch zu unterstützen. Die Stiftung hat aber Aufgaben übernommen, die sie hauptsächlich in eigener Sache löst, obwohl auch Jenische als Stiftungsmitglieder dabei sind. Selbstverständlich fordern wir ganz klar, dass bei allen Verhandlungen mit Behörden, Kantonen und Bund immer ein Vertreter der Jenischen dabei ist. Alle werden bestimmt verstehen, dass die Problematik unseres Lebens nur mit uns gelöst werden kann. Wir möchten die guten Kontakte, welche dieses Jahr geknüpft oder vertieft wurden, weiterpflegen und hoffen auch im Zusammenhang mit dem Betreiben des Begegnungs- und Dokumentationszentrums auf eine intensive Kommunikation zwischen der fahrenden und der sesshaften Kultur. Zürich, 4. Dezember 2003 Radgenossenschaft der Landstrasse Daniel Huber, Vizepräsident |