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Administration | Ausländische Fahrende | Dokumentations- und Begegnungszentrum | Öffentlichkeitsarbeit | Patente | Rechts- und Sozialhilfe | Scharotl | Schule | Stand- und Durchgangsplätze | Stiftung «Zukunft für Schweizer Fahrende» | Zusammenfassung Um den Jahresbericht übersichtlicher zu gestalten, haben wir diesen alphabetisch nach den einzelnen Themen geordnet. Der administrative Aufwand der Radgenossenschaft hat sich durch Intensivierung der Bemühungen um Stand- und Durchgangsplätze sowie durch das vermehrte Interesse der Oeffentlichkeit, das auf die Eröffnung des Dokumentations- und Begegnungszentrums zurückzuführen ist, erheblich vergrössert. Siehe auch Dokumentations- und Begegnungszentrum. May Bittel, Pastor der Evang. Zigeunermission und gleichzeitig Vertreter von Robert Huber und der Radgenossenschaft beim «Europäischen Roma Forum» in Brüssel hat im Jahr 2004 an verschiedenen Sitzungen teilgenommen. Es sind Bestrebungen im Gange, die grundsätzliche Situation der Jenischen, Sinti und Roma innerhalb Europas zu verbessern. Das Jahr 2004 verlief in Bezug auf die Problematik mit den ausländischen Fahrenden in der Schweiz verhältnismässig ruhig. Wir, wie auch die «Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende», wurden zwar erneut mehrmals von Gemeinden um Mithilfe bei Problemstellungen angefragt, dank unbürokratischer Unterstützung von unserer Seite konnten wir stets erfolgreich vermitteln und somit beiden Seiten zu einvernehmlichen Lösungen verhelfen.
Das erste Betriebsjahr des Dokumentations- und Begegnungszentrums stand im Zeichen des Auf- und Ausbau's. Thomas Huonker arbeitete in bescheidenem Rahmen an der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Dokumentation. Erste Veranstaltungen wie Lesungen und eine Filmvorführung wurden durchgeführt. Positiv überrascht hat uns das rege Interesse der breiten Öffentlichkeit. Trotz minimalstem Werbeaufwand fanden jede Woche einige Personen den Weg in unsere Dokumentation. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Schriftstücke und schätzten insbesondere die Möglichkeit, erstmals direkt mit Jenischen ins persönliche Gespräch zu kommen. Es fanden in vieler Hinsicht aufschlussreiche und informative Zusammentreffen von Sesshaften und Jenischen statt. Die durchaus positiven Rückmeldungen von beiden Seiten zeigen klar auf, dass mit der persönlichen Begegnung ein wesentlicher Grundstein für das gegenseitige Verständnis gelegt werden kann. Hand in Hand verlief dieses Jahr die Öffentlichkeitsarbeit mit den verschiedenen Aktivitäten des Dokumentations- und Begegnungszentrums. Nachdem wir interessierten Personen nun die Möglichkeit bieten, sich direkt vor Ort zu informieren, gewinnt die Öffentlichkeitsarbeit bedeutend an Gewicht. Nebst der breiten Öffentlichkeit, die sich aus den verschiedensten Gründen für die Jenischen der Schweiz, ihre Kultur und Lebensweise interessiert, schätzen vor allem Lehrkräfte das neue Angebot einer Ausstellung, die Schülerinnen und Schülern bleibende Eindrücke hinterlässt. Die verbesserte Situation des Reisendengewerbegesetztes, die seit 1.1.2003 vorschreibt, dass schweizweit lediglich ein Gewerbepatent zu lösen ist, bringt den Jenischen im Alltag in vieler Hinsicht Erleichterung. Wie schon im Jahresbericht 2003 erwähnt, gilt es aber nach wie vor, die Situation im Auge zu behalten und weiterhin kritisch zu hinterfragen. Im Jahr 2004 wurden wir, im Vergleich zu vergangenen Jahren, deutlich weniger um Rechts- und Sozialhilfe gebeten. Es scheint, als ob die Jenischen neues Selbstbewusststein gewinnen, was uns natürlich sehr freut. Bei den vereinzelten Anfragen ging es vorwiegend um die Vermittlung von Rechtsbeistand und/oder um die Erteilung von Rechtsauskünften. Wohl ebenfalls auf die Eröffnung des Dokumentations- und Begegnungszentrum zurückzuführen ist die wachsende Zahl der Scharotl-Abonennten. Viele positive Anregungen von Leserinnen und Lesern sind bei uns eingetroffen. Offenbar freut es unsere Leserinnen und Leser besonders, wenn mehr Fotomaterial aus dem alltäglichen Leben der Jenischen gezeigt wird. Meist speditiv und unbürokratisch wurden die Anträge der Radgenossenschaft um Schuldispens während der Reisezeit im Sommer von den entsprechenden Behörden genehmigt. Wir danken an dieser Stelle den jeweiligen Erziehungsdepartementen, die praktisch ohne Ausnahme stets wohlwollend auf Anträge der Radgenossenschaft reagieren. Am 12. November 2004 findet die offizielle Eröffnung des neuen Durchgangsplatzes in Kaiseraugst AG statt. Dieser Platz ist die erste offizielle Haltemöglichkeit im Fricktal und bietet 15 bis 20 Wagen Platz. Wir danken an dieser Stelle den Aargauer Behörden für ihr Engagement.
Das Mandat der bisherigen Stiftungsräte wurde um eine erneute Amtszeit von 4 Jahren verlängert. Seit Januar 2004 ist Patrick Vogt von der Evang. Zigeunermission neues Mitglied des Stiftungsrates. Er ersetzt in seiner Funktion den ehemaligen Verwaltungsrat und Stiftungsrat Walter Waser. Die Geschäftsführung obliegt nach wie von Herrn Dr. jur. Urs Glaus, dessen Büro in St. Gallen domiziliert ist. Das Vizepräsidium hat Herr Dr. Paul Fink, Vertreter des Bundesamtes für Kultur inne. Die Zusammenarbeit zwischen der Radgenossenschaft und der Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" verlief im Jahr 2004 reibungsloser und unbürokratischer als in den Jahren zuvor. Gerade in politischen Angelegenheiten zeigte sich die Stiftung flexibler und innovativer, was uns ganz besonders freut und somit auch der Sache dienlich ist. Das Jahr 2004 kann rückblickend wie schon das Vorjahr als erfolgreich bezeichnet werden. Das breite Interesse an unserer Tätigkeit, am Dokumentations- und Begegnungszentrum sowie die viel versprechende Schaffung von neuen Durchgangsplätzen sind die Früchte getaner Arbeit die wir dieses Jahr ernten konnten. Zürich, 21. Oktober 2004 Radgenossenschaft der Landstrasse Robert Huber, Präsident |