Jahresprogramm 2003

Administration | Ausländische Fahrende | Dokumentations- und Begegnungszentrum | Öffentlichkeitsarbeit | Patente | Scharotl | Schule | Stand- und Durchgangsplätze | Stiftung «Zukunft für Schweizer Fahrende» | Zusammenfassung | Weitere Informationen

Um das Jahresprogramm übersichtlicher zu gestalten, haben wir dieses alphabetisch nach den einzelnen Themen geordnet.

Administration

Wie in den vergangenen Jahren werden sich die Mitarbeiterinnen der Administration um einen einwandfreien Betrieb der Administration kümmern. Die Büros der Radgenossenschaft sind im Jahr 2003 (Ferien- und Feiertage ausgenommen) wie folgt geöffnet: Montag und Mittwoch 08 30 – 12 00 h und 13 30 – 17 00 h, Dienstag und Donnerstag 08 30 – 12 00 h, am Freitag bleiben die Büros geschlossen.

Ausländische Fahrende

Die Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" hat den klaren Auftrag erhalten, sich mit der Problematik mit ausländischen Fahrenden auseinanderzusetzen. Wir von der Radgenossenschaft werden natürlich auch weiterhin bemüht sein, die in den Medien oft aufgebauschten Vorfälle zu entschärfen. Unsere Hauptaufgabe ist jedoch nach wie vor, Plätze für Schweizer Jenische zu schaffen, womit auch die Stiftung beauftragt ist. Wir hoffen in diesem Sinn auf eine weitere gute Zusammenarbeit mit den Organisationen.

Zum Anfang. Dokumentations- und Begegnungszentrum

Wir sind momentan damit beschäftigt, alle Akten, die sich in dem 27-jährigen Bestehen der Radgenossenschaft angesammelt haben, zu ordnen und die wichtigsten Dokumente der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies ist eine sehr aufwändige Arbeit und erfordert viel Zeit. Auch sind wir daran interessiert, einige ausgesuchte Objekte aus dem Alltag zusammenzutragen, damit die Besucher sich ein reelles Bild vom Leben unterwegs machen können. Es ist momentan noch nicht absehbar, wie viel Zeit dies alles in Anspruch nimmt; aus diesem Grund können wir keinen genauen Eröffnungstermin bekanntgeben, hoffen aber, dass die Arbeiten bis Ende dieses Jahres resp. Anfang nächstes Jahr weit genug fortgeschritten sind.

Zum Anfang. Öffentlichkeitsarbeit

Nach dem sehr positiven Echo auf die Thementage an der Expo.02 ist es ist unser Wunsch, im Jahr 2003 die Fekkerchilbi in Gersau wieder aufleben zu lassen. Diesbezügliche Abklärungen sind bereits im Gange. Auch ist die Idee entstanden, im Kanton Graubünden ein Kesslertreffen zu organisieren. Gerne würden wir zum Abschluss der Saison 2003 einen uns wohlgesinnten Kanton finden, für die Organisation eines Wochenendes mit Flohmarkt, Musik, Handwerk und Festzelt, um unsere Lebensweise der sesshaften Bevölkerung näherzubringen. Dies bedingt natürlich grosses Engagement und Vorarbeit unsererseits. Wir hoffen deshalb auf viele Interessierte, die ebenfalls mitmachen wollen.

Zum Anfang. Patente

Wie bereits im Jahresbericht erwähnt, tritt nach Informationen des seco ab Januar 2003 das neue, vereinheitlichte Reisendengewerbegesetz in Kraft, welches in der ganzen Schweiz Gültigkeit hat. Die genauen Auflagen sind noch nicht bekannt, wir werden im Scharotl darüber informieren. Wir hoffen, dass nun eine für alle akzeptable Lösung gefunden werden konnte. Langfristig muss jedoch die Patentpflicht als solche in Frage gestellt und überlegt werden, diese früher oder später ganz abzuschaffen. 
Rechts- und Sozialhilfe

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dokumentations- und Begegnungszentrums werden jeden Montag "offene Sprechstunden" für alle Interessierten anbieten. In geschützter Atmosphäre finden Rat- und Hilfesuchende kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Das Bundesamt für Kultur hat uns bereits im letzten Jahr die klare Weisung erteilt, für die Beratung in persönlichen Angelegenheiten für Nichtmitglieder einen Stundenansatz von sFr. 50.-- in Rechnung zu stellen, um all jenen gerecht zu werden, welche mit ihrem Jahresbeitrag ihre Solidarität mit den Fahrenden in der Schweiz bekunden

Zum Anfang. Scharotl

Die Zeitschrift Scharotl berichtet über Erfolge und Misserfolge bei der Bewältigung von Problemen der Jenischen, aber auch über Aktivitäten in der Öffentlichkeit. Der vielfältige Themenmix soll beibehalten werden, so dass sich die interessierten Kreise aus dem Scharotl herauspicken können, was sie gerade bewegt. Diese Mischung hat sich bewährt und stösst bei der Leserschaft auf grosse Akzeptanz.

Zum Anfang. Schule

Die Schulproblematik hat dank der liberalen Haltung vieler Kantone in den letzten Jahren stagniert oder gar abgenommen. Wir werden wo nötig weiterhin vermittelnd zwischen jenischen Eltern, Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften einstehen. Wir danken an dieser Stelle allen Schulbehörden, die sich der etwas anderen Lebensweise gegenüber aufgeschlossen und tolerant zeigen.

Zum Anfang. Stand- und Durchgangsplätze

Das Schwergewicht unserer Arbeit im Jahr 2003 wird bei der Schaffung von Durchgangsplätzen liegen. Auch Anträge für Standplätze werden wir versuchen mit den jeweiligen Gemeinden nicht nur zu diskutieren sondern auch zu realisieren. Wir weisen darauf hin, dass bis heute bei vielen Plätzen bezüglich sanitären Anlagen und Strom nichts verbessert wurde. Diese Thematik ist im Jahresbericht der Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" zwar angesprochen, bisher wurde jedoch kein einziger Platz wie vorgegeben saniert. Es müsste jedoch in jedem Fall mit den Benützern des jeweiligen Platzes besprochen werden, was gewünscht ist. Da die Entsorgung von Kehricht leider immer wieder zu Unstimmigkeiten führt, fordern wir im Sinne aller die Platzbenützer auf, bei der jeweiligen Gemeinde Kehrichtmarken zu beziehen und sich an die Platzordnung zu halten. Je vorbildlicher die Plätze benützt (und später hinterlassen) werden, umso grösser ist die Chance, dauernde Aufenthaltsmöglichkeiten erhalten zu können.

Zum Anfang. Stiftung «Zukunft für Schweizer Fahrende»

Wir hoffen, dass in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der Stiftung für einige unserer dringlichsten Anliegen Lösungen gefunden werden können. In Uznach konnte die Stiftung für eine jenische Familie, welche den bisherigen Platz aufgeben musste, einen neuen Standplatz schaffen. Es wäre schön, wenn dieses Beispiel auch bei weiteren ähnlichen Problemen Schule machen würde.

Zum Anfang. Zusammenfassung

Die Geschäftsleitung, der Verwaltungsrat, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Radgenossenschaft der Landstrasse und die Vertreterinnen und Vertreter der uns angeschlossenen Organisationen werden auch im Jahr 2003 die an sie gestellten Anforderungen nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen versuchen. Hauptanliegen wird neben der Schaffung von Stand- und Durchgangsplätzen vermehrte Öffentlichkeitsarbeit sein. In diesem Zusammenhang werden wir viel Zeit in die baldmögliche Realisation des Dokumentationszentrums investieren.

Zürich, 16. November 2002

Radgenossenschaft der Landstrasse

Robert Huber, Präsident

Detailliertere Informationen finden Sie in unserer Dokumentation. Sie können diese gerne auf unserer Seite «Info/Shop» kostenlos bestellen.